An wen gibt man sich hin – und was bleibt, wenn das Objekt eine Lüge war?
Bergen, Grieghallen, ein Donnerstagabend im März. Das Benefizkonzert der Stiftung Lys i Nord ist zu Ende, der Saal hat sich geleert. Bühnentechniker Tobias Hagen steigt in den Keller, um einen brummenden Sicherungskasten zu prüfen. Ein Geruch, den er nicht kennt, obwohl er jeden Geruch dieses Hauses zu kennen glaubt. Eine Tür, die nur einen Spalt offen steht. Sie war falsch, wird er später sagen. Die Tür war falsch. Dahinter hängt Marie Vik, künstlerische Leiterin der Stiftung, noch im dunkelblauen Kleid vom Konzert.
Dieselbe Nacht, ein zweites Ereignis: Jonas Sæther, der Buchhalter der Stiftung, kommt nicht zur Arbeit. Zweiundsechzig Tage ohne Fehlen – und jetzt kein Anruf, kein Hinweis. Sein grauer Wollmantel hängt noch am Haken, als wäre er kurz rausgegangen. Eine Frau tot, ein Mann verschwunden, dieselbe kleine Organisation, in der vier Menschen die Arbeit machten, die nach außen so respektabel aussah. Das Präsidium führt die Fälle zunächst getrennt. Protokoll. Aber es sieht wie Suizid aus – und es ist keiner.
Magnus Olsen fährt neun Stunden mit dem Zug nach Bergen, weil zwei Meldungen in einer Nacht selten sind und meistens zusammenhängen, auch wenn man es noch nicht sieht. Er dringt ein in eine Welt der Hingabe: Menschen, die alles für eine gute Sache gegeben haben – und die Frage, was von dieser Hingabe bleibt, wenn das, wofür man sich hingab, eine Lüge war.
HINGABE ist ein Fall über Idealismus und Missbrauch, über Fassaden der Wohltätigkeit und den Preis des Vertrauens – der Auftakt der dritten Phase, in der die großen Fragen der Reihe zu ihrem Finale drängen.
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»Er hat zwanzig Fälle gelöst. Seinen eigenen nie.«
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