Wer sich so lange versteckt, hat jemanden, vor dem er sich versteckt.
Oslo, kurz nach zwei Uhr morgens. Im dritten Stock eines Wohnhauses in der Sorgenfrigata brennt Licht. Lena Marte, forensische Bildspezialistin, betrachtet seit einer Stunde zwei Fotos desselben Mannes – beide technisch einwandfrei, beide mit stimmigen Metadaten, beide echt. Brüssel und Oslo, aufgenommen achtzehn Minuten auseinander. Eine Flugzeit von neunzig Minuten dazwischen. Sie hat es dreimal nachgerechnet. Zum ersten Mal in elf Jahren hat sie ein Bild vor sich, das die Wahrheit sagt – und trotzdem nicht stimmen kann.
Dann findet sie in der Reflexion einer Hornhaut, was das zweite Bild wirklich ist. Sie schreibt es auf, trennt das Sichere vom Vermuteten, kopiert die Datei auf einen versteckten Stick. Der letzte Satz, den sie tippt: Das Original existiert. Ich weiß, wo. Am Morgen liegt Lena auf dem Boden vor ihrem Schreibtisch. Der Stuhl zur Seite gefallen, der Tee kalt, kein Chaos, kein Einbruch, kein sichtbarer Grund. Zwei Namen hatte sie gefunden. Keiner davon war der echte.
Magnus Olsen wird an einen Tatort gerufen, der zu ordentlich ist. Keine Panik, kein Kampf – etwas, das schnell war. Auf dem Bildschirm zwei Gesichter, ein abgebrochenes Dokument, eine Videoverbindung, die seit Stunden offen steht und auf eine Eingabe wartet, die nicht mehr kommt. Er beginnt dort, wo andere aufhören: bei der Frage, wer sich so gründlich versteckt, dass er sogar seine eigenen Bilder fälscht – und wovor.
DECKUNG ist ein Fall über Identität, Fälschung und die Frage, wie viel Wahrheit ein einziges Bild trägt. Je näher Magnus dem Namen hinter der Maske kommt, desto klarer wird, dass jemand seit Jahren darauf gewartet hat, nicht gefunden zu werden.
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»Er hat zwanzig Fälle gelöst. Seinen eigenen nie.«
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